Mit einem begeisternden Konzertabend in der vollbesetzten Limeshalle Arzbach hat der Kirchenchor „Cäcilia“ Arzbach am Samstag, dem 25. April 2026, eindrucksvoll bewiesen, wie lebendig, modern und mitreißend Chormusik heute sein kann. Unter dem Motto „Let’s sing – Kirchenchor mal anders“ wurde dem Publikum ein musikalisches Erlebnis geboten, das noch lange nachklingen dürfte.
Der 55 Stimmen starke Projektchor des Kirchenchors Arzbach begrüßte die zahlreichen Gäste mit dem schwungvollen lateinamerikanischen Lied „Exsultate cantamos festivo“ sowie mit dem Karat-Song „Über sieben Brücken musst du geh’n“ und dem Michael-Jackson-Welterfolg „We Are the World“.
Rund 130 Sängerinnen und Sänger standen beim Konzertabend insgesamt auf der Bühne und entfalteten – teils gemeinsam, teils in ihren jeweiligen Chorformationen – ein beeindruckendes Klangbild, das die Halle vom ersten bis zum letzten Ton erfüllte. Mit knapp 30 Titeln spannte sich der musikalische Bogen von populärer Chormusik über emotionale Balladen bis hin zu rhythmisch mitreißenden Stücken – abwechslungsreich, sorgfältig arrangiert und mit spürbarer Freude am gemeinsamen Musizieren. Trotz einer reinen Spielzeit von beinahe drei Stunden kam zu keiner Zeit Langeweile auf; im Gegenteil: Das Publikum folgte dem facettenreichen Programm durchgängig aufmerksam und zeigte sich mal begeistert, angerührt oder auch amüsiert.
Ein besonderer Glanzpunkt des Abends war das harmonische Zusammenspiel der Mitwirkenden: Neben dem gastgebenden Kirchenchor „Cäcilia“ und dem eigens für das Konzert zusammengestellten Projektchor wirkten der MGV „Cäcilia“ Gackenbach (Chorleiter: Marco Herbert) und der Gemischte Chor „Concordia“ Stahlhofen (Chorleiter: Wassily Kotykov) mit. Der renommierte Männerchor aus dem Buchfinkenland brillierte mit seinen oft humorvollen A-cappella-Vorträgen, unter anderem von den „Prinzen“, sowie mit modernen Chorinterpretationen, etwa von Ed Sheeran oder Billy Joel. Die Krönung ihrer Auftritte war zweifelsohne die Chorparodie „Ruf der Berge“ von Oliver Gies, bei der vor Lachen kein Auge trocken blieb und mit der sie bewiesen, dass auch Westerwälder des Jodelns mächtig sind.

Der Gemischte Chor aus Stahlhofen unterhielt die Besucher unter anderem mit getragenen Stücken wie „Trag mi Wind“, „Alt wie ein Baum“ und dem Liebeslied „You Raise Me Up“. Gemeinsam mit dem gastgebenden Kirchenchor beziehungsweise dem Projektchor wurden zum Abschluss des Konzertes die Titel „Gabriellas Song“ und „Adiemus“ stimmgewaltig dargeboten. Diese wurden mit Begeisterungsstürmen der annähernd 400 Konzertbesucher honoriert.
Doch bereits zuvor überzeugte der Kirchenchor allein mit den gefühlvollen Chorstücken „Fields of Gold“ von Sting und „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Krönung des Auftritts war sicherlich die rhythmisch und gesanglich anspruchsvolle Chorversion des Toto-Hits „Africa“. Auch diese Premiere des Kirchenchors konnte beim Publikum punkten und riss die Konzertbesucher mit.
Etliche Songs des Kirchen- und Projektchors wurden von der Band mit Jan Brümmer (Gitarre), Jan-Luca Höhn (Bass), Johannes Lehmler (Schlagzeug) und Tom Schmidt (Percussion) perfekt begleitet und ließen den Funken der Darbietungen auf die Gäste überspringen.
Für besondere musikalische Momente sorgte auch Sarah Pfaff, die sich nicht nur stimmlich eindrucksvoll präsentierte, sondern sich bei ihren Beiträgen auch selbst am Klavier begleitete. So wurde ihr Appell für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt, gepaart mit der Friedenshymne „Imagine“ von John Lennon, zu einem besonderen Gänsehautmoment des Konzerts. Ergänzt wurde das musikalische Gesamtbild durch die einfühlsame Klavierbegleitung zahlreicher Chorstücke sowie ein eindrucksvolles Solostück von Brahms durch die Pianistin Maria Streltsova. Sie und der Arzbacher Hornist Daniel Moldovan faszinierten zudem mit einer nicht alltäglichen Instrumentenkombination und überzeugten mit den Stücken „Cinema Paradiso“ und „I’m Still Standing“ von Elton John.
Die musikalische Leitung des Abends lag in den Händen von Wassily Kotykov. Mit sicherem Gespür für Dynamik, Ausdruck und Balance formte er aus der großen Zahl an Mitwirkenden einen geschlossenen, lebendigen Klangkörper. Präzision und sichtbare Begeisterung der Sängerinnen und Sänger übertrugen sich unmittelbar auf das Publikum. Der lang anhaltende Applaus und die Standing Ovations am Ende des Konzerts waren der verdiente Lohn für einen außergewöhnlichen Konzertabend.
Souverän und unterhaltsam führte das Vorstandsteam um Gabi Simon und Rainer Lehmler durch das kurzweilige Programm und bedankte sich abschließend bei allen Mitwirkenden, Unterstützern sowie dem begeisterten Publikum.
Fazit: Dieses Konzert war weit mehr als ein Chorkonzert – es war ein musikalisches Ausrufezeichen, ein Fest der Stimmen und ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie kraftvoll und ansteckend gemeinsames Singen ist – und dass „Kirchenchor auch mal anders“ sein kann.

